Forschungsverbund
für Gegenwartsanalysen,
Erinnerungspraxis
und Gegenstrategien
zum Rechtsextremismus in Bayern
Der Bayerische Forschungsverbund für Gegenwartsanalysen, Erinnerungspraxis und Gegenstrategien zum Rechtsextremismus (ForGeRex) erforscht interdisziplinär Erscheinungsformen, Ideologien und Strategien extrem rechter Akteur:innen in Bayern auf der einen und wirksame Gegenstrategien auf der anderen Seite.
Die Forscher:innen im Verbund nehmen dabei die aktuellen Konfigurationen des Rechtsextremismus und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen aus der Perspektive ihrer unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam in den Blick. ForGeRex wird mit 4,5 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren (Januar 2024 bis Dezember 2027) durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.
ForGeRex setzt auf einen systematischen interdisziplinären Ansatz. Die neun Teilprojekte an neun Hochschulen und zwei Forschungseinrichtungen aus den Bereichen der Soziologie, Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Gesellschaftswissenschaften, Soziale Arbeit, Medien- und Technikphilosophie, Kunstpädagogik, Historischen Wissenschaft, Political Data Science und den Rechtswissenschaften bearbeiten Rechtsextremismus als gesellschaftliches und wissenschaftliches Thema und entwickeln gemeinsam ein umfassendes Verständnis für ihren Forschungsgegenstand.
Während in den Teilprojekten spezifische Einzelfragen untersucht werden, erfolgt die interdisziplinäre Zusammenarbeit insbesondere im Rahmen der verbundweiten Themen.
Aktuelles
Fachtagung „Demokratie und Gleichstellung unter Druck – emanzipatorische Perspektiven und Strategien“
18.06.2026 - 18.–19. Juni 2026 | München
Demokratie und Gleichstellung sehen sich zunehmend Herausforderungen durch Rechtsextremismus, Antifeminismus und gesellschaftliche Polarisierung ausgesetzt. Wie können wir Handlungsspielräume verteidigen, solidarische Praxen stärken und demokratische Räume neu gestalten? Die zweitägige Fachtagung verbindet feministische, intersektionale und demokratietheoretische Perspektiven. In Vorträgen, Workshops und Fishbowl-Diskussionen werden Herausforderungen und Gegenstrategien diskutiert.
Antifeminismus als Staatsprojekt: Frauen, Nation und rechte Mobilisierung in der Türkei
28.04.2026 - Der Vortrag analysiert Antifeminismus in der Türkei als historisch gewachsenes Element eines ethnonationalen Staatsprojekts, in dem Frauen zugleich als „Mütter der Nation“ idealisiert und als Feindbilder dämonisiert werden. Er zeigt, wie sich diese Geschlechterordnung von der republikanischen Gründungsphase bis in gegenwärtige ultranationalistische und islamistisch-konservative Milieus fortsetzt und transnational – auch in Deutschland – wirksam ist. Antifeminismus erscheint dabei nicht als Randphänomen, sondern als strukturierendes Prinzip politischer Mobilisierung und gesellschaftlicher Homogenisierung.
Nähere Informationen zu Anmeldung, Einlass und weiteren Veranstaltungen dieser Reihe finden Sie im Programm.
Kurdische Identität im Bildungssystem: Rassismus, Assimilation und Mikroaggressionen
14.04.2026 - In ihrem Vortrag wird Frau Akbayır Aussagen zur kurdischen Identität im schulischen Kontext vorstellen und aufzeigen, wie sich antikurdischer Rassismus im Bildungssystem äußert. Besonders im Fokus stehen die nationale Unbestimmtheit und der Assimilationsdruck, dem viele Kurd:innen ausgesetzt sind, sowie die Rolle von Mikroaggressionen.
Nähere Informationen zu Anmeldung, Einlass und weiteren Veranstaltungen dieser Reihe finden Sie im Programm.
Aus unserem Verbund
Nationalistische Narrative und der lange Schatten der Vergangenheit: Die Türkei und der Völkermord an der armenischen Bevölkerung
03.03.2026 - Der Völkermord an den Armenier*innen ist ein schwieriges Thema in der Türkei. Nationalistische Narrative leugnen das Gewaltverbrechen, und die Untersuchung der ideologischen Kontinuitäten zwischen dem späten Osmanischen Reich und der heutigen Türkei ist eine höchst aufgeladene politische Frage.
Dieser kurze Impulsvortrag untersucht einige dieser Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die postmigrantische Gesellschaft in Deutschland sowie allgemeine Fragen und Herausforderungen des globalen Erinnerns.
Nähere Informationen zu Anmeldung, Einlass und weiteren Veranstaltungen dieser Reihe finden Sie im Programm.
Ausstellung: DisIgnoranz – Sehen im rassistischen Nebelfeld
29.01.2026 -Das künstlerisch-philosophische Forschungsprojekt "DisIgnoranz - Sehen im rassistischen Nebelfeld" steht für eine Auseinandersetzung mit Ästhetik und Bildpolitik im Kontext von rechtsextremer, antisemitischer und rassistischer Gewalt. Die Ausstellung ist von 29.01.2026 bis 01.03.2026 im NS-Dokumentationszentrum in München zu sehen.

Offene Tische gegen geschlossene Weltbilder – ein Worldcafé zu den Grauen Wölfen
14.08.2025 -Wie erkenne ich Rechtsextreme mit Türkeibezug und wo bekomme ich mehr Informationen darüber? Was bedeutet es, dass extrem Rechte mit Türkeibezug Täterinnen und Täter und Betroffene von Diskriminierung und Ausgrenzung zugleich sind? Gibt es Antisemitismus unter den Grauen Wölfen? Welche zivilgesellschaftlichen und kommunale Handlungsansätze gegen die Akteurinnen und Akteure sind wirkungsvoll?

„When the remembrance of victims of right-wing violence is missing. Feminist and antifascist intervention in commemorating Corinna Tartarotti“ – ForGeRex-Forscherinnen Prof. Dr. Gabriele Fischer und Antonia Rode präsentieren Forschungsergebnisse auf einer Tagung an der Hochschule München
03.07.2025 -Vom 23. bis 25. Juni fand an der Hochschule München (HM) die gemeinsame Frühsommertagung „Umkämpftes Erinnern in der postmigrantischen Gesellschaft“ der Sektionen „Soziale Probleme Soziale Kontrolle“ und „Migration und ethnische Minderheiten“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) statt. Organisiert wurde die Tagung von zwei ForGeRex-Mitgliedern des Teilprojekts 3a der Hochschule München, Prof. Dr. Gabriele Fischer und Antonia Rode M.A., sowie von Dr. Eva Bahl (Ruhr-Universität Bochum) und Regula Selbmann M.A. (Universität Hannover).

Arbeitspapier im Forschungsverbund ForGeRex erschienen: „Rechtsextreme Kommunikationsstrategien mit jungen Menschen erforschen: Forschungsethisches Konzept und Methodenbeschreibung für Forschungswerkstätten zu rechtspopulistischen Internet-Memes“
27.06.2025 -Im Rahmen des Teilprojekts 6a im Forschungsverbund für Gegenwartsanalysen, Erinnerungspraxis und Gegenstrategien zum Rechtsextremismus in Bayern haben die Forschenden Franziska Koschei und Dr. Niels Brüggen vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis ein neues Arbeitspapier veröffentlicht.
