Antikurdischer Rassismus
Kurdische Identität im Bildungssystem: Rassismus, Assimilation und Mikroaggressionen
In ihrem Vortrag wird Frau Akbayır Aussagen zur kurdischen Identität im schulischen Kontext vorstellen und aufzeigen, wie sich antikurdischer Rassismus im Bildungssystem äußert. Besonders im Fokus stehen die nationale Unbestimmtheit und der Assimilationsdruck, dem viele Kurd*innen ausgesetzt sind, sowie die Rolle von Mikroaggressionen.
Kurzbiographie
Frau Selda Akbayır ist Lehrerin und Lehrkräftefortbildnerin mit einem Schwerpunkt auf Antidiskriminierung. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sie sich ehrenamtlich zu Fragen kurdischer Identität sowie den Auswirkungen von antikurdischem Rassismus im Bildungssystem.
Türkischer Nationalismus und die Kurdische Frage: Von der Verleumdung zum performativen Stolz
Nationalist*innen in der Türkei gehörten zu den Ersten, die die Kurdische Frage diskutierten. Ab den späten 1940er Jahren thematisierte diese Gruppe die Kurdische Frage und bezog sich auf die Kurd*innen in einem warnenden Rahmen, indem sie den Staat darauf hinwies, dass diese assimiliert werden müssten. Türkische Nationalist*innen behaupteten, dass „die Kurd*innen im Wesentlichen Türk*innen seien“ und behandelten sie als Teil der türkisch-islamischen Synthese. Sie argumentieren, dass externe Kräfte dafür verantwortlich seien, dass die Kurd*innen sich selbst als Kurd*innen „begreifen“, und versuchen, die These, dass die Kurd*innen in Wirklichkeit Türk*innen seien, „wissenschaftlich“ zu beweisen.
Heute, insbesondere durch soziale Medien und im Alltag, hat die Zahl der Menschen zugenommen, die „Stolz“ auf ihr Türkentum empfinden. „Stolz auf das Türkentum“ bleibt dabei nicht nur auf der Diskursebene; er kann sich auch in Handlungen gegen den „Anderen“ im Alltag oder in sozialen Medien niederschlagen. In diesem Zusammenhang beobachten wir insbesondere Inszenierungen des Türkentums, die sich gegen Migrant*innen und gegen Reform- oder Öffnungsprozesse in Bezug auf die Kurdische Frage richten. In diesem Vortrag werde ich die Perspektiven türkischer Nationalist*innen auf die Kurdische Frage von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart erörtern.
Kurzbiographie
Bayram Koca (1988) ist außerordentlicher Professor im Fachbereich Politikwissenschaft und öffentliche Verwaltung an der Kilis 7 Aralık Universität. Er studierte Politikwissenschaft und öffentliche Verwaltung an der Kocaeli Universität von 2005 bis 2010. Seine Masterarbeit untersuchte „Die Beziehung zwischen Islam und Sozialismus in der Türkei: Die Arbeits- und Gerechtigkeitsplattform und antikapitalistische Muslime“, wofür er 2013 seinen Masterabschluss erhielt. Seinen Doktortitel erwarb er 2019 an der Hacettepe Universität mit einer Dissertation über „Die extreme Rechte und die Kurden in der Türkei, 1945–1980: Sicherheit, Identität und Entwicklung“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem türkischen politischen Leben, Migration, dem Verhältnis zwischen Islam und der Linken, den Kurd*innen, der türkischen Rechten und den Alevit*innen.
Einlassvorbehalt und Anmeldung
Zutritt nur unter Einlassvorbehalt und nach vorheriger Anmeldung!
Die Veranstaltenden behalten sich vor, die Teilnahme auf angemeldete Personen zu beschränken. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für jede Veranstaltung einzeln erforderlich. Bitte melden Sie sich mindestens 3 Tage vor den Veranstaltungen, die Sie interessieren, per E-Mail an: projekt-retra@oth-regensburg.de.
Nach Zusage durch die Veranstaltenden erhalten Sie per E-Mail eine Anmeldebestätigung sowie kurz vor der Veranstaltung den Zugangslink zur Videokonferenz
Inhaltlicher Hinweis
Diese Veranstaltungsreihe behandelt Themen wie Rassismus, politische Gewalt, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Manche Inhalte können belastend sein.
