Antifeminismus

Antifeminismus als Staatsprojekt: Frauen, Nation und rechte Mobilisierung in der Türkei

Der Vortrag analysiert Antifeminismus in der Türkei als historisch gewachsenes Element eines ethnonationalen Staatsprojekts, in dem Frauen zugleich als „Mütter der Nation“ idealisiert und als Feindbilder dämonisiert werden. Er zeigt, wie sich diese Geschlechterordnung von der republikanischen Gründungsphase bis in gegenwärtige ultranationalistische und islamistisch-konservative Milieus fortsetzt und transnational – auch in Deutschland – wirksam ist. Antifeminismus erscheint dabei nicht als Randphänomen, sondern als strukturierendes Prinzip politischer Mobilisierung und gesellschaftlicher Homogenisierung.

Kurzbiographie
Dr. Dastan Jasim ist Politikwissenschaftlerin und Associate Fellow am GIGA Institut für Nahost-Studien mit Kurdistan, Irak, Iran, Syrien und Türkei als Schwerpunktländern. Ihre Forschungsgebiete umfassen politische Verantwortlichkeit und Partizipation, kurdische Studien, Demokratieforschung und Sicherheitspolitik in und um Kurdistan. Sie engagiert sich öffentlich in Medien wie bspw. im Podcast „Über Israel und Palästina sprechen: Spezialfolge – Syrien im Fokus” vom April 2025.

„Regressive Rebellen“? Männerrechtsgruppen und antifeministische Bedeutungsproduktion in der Türkei

Dieser Vortrag untersucht die ideologische Produktion von Männerrechtsgruppen in der Türkei und reflektiert darüber, wie sie eine potenzielle soziale Basis für rechtsextreme Formationen bilden könnten. Während die bestehende Literatur affektive Dynamiken wie männliche Wut und Ressentiment in der Beziehung zwischen antifeministischen Mobilisierungen und der extremen Rechten betont hat, richtet dieser Vortrag die Aufmerksamkeit auf die ideologische Produktivität der Männerrechtsgruppen selbst. Er fragt, ob ihre Form der „regressiven Rebellion“, die besonders in der antifeministischen Umdeutung von Geschlechtergleichheit sichtbar wird, als Ort der Bedeutungsproduktion fungiert, der rechtsextreme Projekte nähren oder neu artikulieren kann, anstatt sie lediglich zu konsumieren.

Kurzbiographie
Dr. Funda Hülagü Demirbilek ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet zu Geschlechterkonflikten aus einer materialistisch-feministischen Perspektive. Sie beschäftigt sich derzeit mit theoretischen Arbeiten zu sozioökonomischen Transformationen und Antifeminismus, basierend auf vergleichenden Fallstudien aus Deutschland und der Türkei.

Einlassvorbehalt und Anmeldung

Zutritt nur unter Einlassvorbehalt und nach vorheriger Anmeldung!

Die Veranstaltenden behalten sich vor, die Teilnahme auf angemeldete Personen zu beschränken. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist für jede Veranstaltung einzeln erforderlich. Bitte melden Sie sich mindestens 3 Tage vor den Veranstaltungen, die Sie interessieren, per E-Mail an: projekt-retra@oth-regensburg.de.
Nach Zusage durch die Veranstaltenden erhalten Sie per E-Mail eine Anmeldebestätigung sowie kurz vor der Veranstaltung den Zugangslink zur Videokonferenz

Inhaltlicher Hinweis

Diese Veranstaltungsreihe behandelt Themen wie Rassismus, politische Gewalt, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Manche Inhalte können belastend sein.

Pfeil_nach_oben