Ausstellung: DisIgnoranz – Sehen im rassistischen Nebelfeld
Das künstlerisch-philosophische Forschungsprojekt „DisIgnoranz – Sehen im rassistischen Nebelfeld“ steht für eine Auseinandersetzung mit Ästhetik und Bildpolitik im Kontext von rechtsextremer, antisemitischer und rassistischer Gewalt. Im Zentrum stehen dabei die Lücken und Leerstellen der kollektiven Erinnerung an solche Gewalttaten – vor allem im städtischen Raum München. Des Weiteren geht es um die Voraussetzungen, die zu einer Normalisierung von Gewalttaten führen. Welche rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Gewalttaten werden wie und von wem erinnert – und welche Ausdrucksformen werden dazu gewählt? Was vermitteln diese Ausdrucksformen und was lassen sie aus? Und was gilt für wen überhaupt als erinnerungswürdig und warum?

Die Vernissage der Ausstellung findet am 29. Januar 2026 ab 18:00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München statt. Die Ausstellung ist bis 01. März 2026 dort zu sehen. Weitere Informationen zur Vernissage und Ausstellung
Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass Wissen über rassistische und antisemitische Gewalt sowie über deren gesellschaftliche Voraussetzungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen nicht gleichermaßen vorhanden ist. Je nachdem, welche Erfahrungen Menschen in ihrem Alltag machen, werden sie Unterschiedliches zur sozialen Verankerung solcher Gewalt zu sagen haben. Deshalb geht es im Projekt auch darum, von migrantisch situiertem Wissen zu lernen.
Diese Anliegen werden im Projekt einerseits durch philosophische Analyse und andererseits in künstlerischer Forschung bearbeitet. Dabei arbeitet das Projektteam mit einer Gruppe von Studierenden zusammen, die sich in eigenen Arbeiten den Forschungsthemen gewidmet haben. Die Rechercheausstellung im NS-Dokumentationszentrum versammelt eine Auswahl studentischer Arbeiten. Die Ausstellung nutzt institutionelle Auslageflächen zum Auslegen von kostenlosen Zines, verwendet Schließfächer für künstlerische Interventionen, nutzt Durchgänge oder das Lernforum. So fügen sich die künstlerischen Arbeiten ein, unterbrechen den gewohnten Handlungs- und Nutzungsablauf, legen sich dazwischen oder wandern aus der Institution hinaus.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Teilprojekts 3b im Forschungsverbund für Gegenwartsanalysen, Erinnerungspraxis und Gegenstrategien zum Rechtsextremismus in Bayern. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt zwischen Philosophie und Kunst sollen Ästhetiken und Bildpolitiken von Rechtsextremismus und Rassismus analysiert werden. Hierbei sollen künstlerische, ästhetische und politische Strategien herausgearbeitet werden, um Wissens-Leerstellen kenntlich zu machen und aufzubrechen.
